Auction 29

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Ancient, German and World Coins and Medals

Part 1: Mo, 26.11.2018, from 02:00 PM CET
Part 2: Tu, 27.11.2018, from 10:00 AM CET

Description

Wien, Stadt. Goldene Salvatormedaille im Gewicht von 6 Dukaten o.J. (nach 1616, vor 1663) unsigniert. SALVATOR-MVNDI (Erlöser oder Retter der Welt). Die Büste Christi nach links / Der gekrönte, doppelköpfige Reichsadler mit dem Wiener Stadtwappen auf der Brust, rechts der Wiener Stadtschild mit dem Balkenkreuz. Darüber: +MVN[vs]+R[ei]P[ublicae]+, darunter VIENN[ensis] = Geschenk der Stadt Wien. Beidseits fasst ein Lorbeerkranz die Bildseiten ein. 35,3 mm, 20,63 g
äußerst selten in dieser frühen Ausführung, vorzüglich
Am 26. Oktober 1575 beschloss der Stadtrat von Wien an Weihnachten anstelle der bisherigen Naturalgeschenke Medaillen in Gold und Silber als Auszeichnung und Geschenk an hochstehende Bürger (Bürgermeister, Stadtanwalt, Richter und Schreiber...) zu verleihen. Es wurden Goldmedaillen im Gewicht von 3, 6 und 12 Dukaten sowie ursprünglich auch Silbermedaillen geprägt. Als ersten Stempelschneider wird 1575 der Siegelschneider Niklas Engl genannt und mit 12 Gulden entlohnt. Diese ersten Medaillen zeigten jedoch noch nicht die Salvatordarstellung. Die erste eigentliche Salvatormedaille entstand 1581. "Am 25. Februar dieses Jahres zahlt der Oberkämmerer dem Bürger und Goldschmied Kornelius Glocknicz 16 fl. 20 Kr. von wegen Stock und Eysen, worauf er ein Salvator und gemeiner Statt Wien Wappen geschnüdten". Von Kaspar Heindler wurden 1614 und 1616 (zwei Typen) und von Matthias Pichler um 1648, sowie von Gerhart Lina 1649 und 1654 jeweils neue Stempel geschnitten und geliefert. Ab dem 17. Jahrhundert wurden die Salvatormedaillen nur noch in Gold für besondere Verdienste um die Stadt verliehen. Diese konnten im Rahmen der Stadtverwaltung oder des Bauwesens, aber auch akademischer wie künstlerischer Ehrungen sein. Auch hochgestellten fürstlichen Gästen der Stadt wurden diese Medaillen als Geschenk überreicht. Silberabschläge wurden noch im 17. und 18. Jahrhundert in die Grundsteine wichtiger städtischer Gebäude gelegt. 1663 wandelt sich die Darstellung der Salvatormedaille grundsätzlich. Mit den Stempeln des Andrea Cetto tritt anstelle der beiden Wappenschilde auf dem Revers die Stadtansicht Wiens von der Südseite. Dieses wurde auch in zahlreichen Varianten im ganzen 18. Jahrhundert bis 1846 beibehalten (Konrad Lange). Aus dem Aufsatz "Die Salvatormedaille der Stadt Wien" von Josef Schwerdfeger in "Zeitschrift für Münz- und Medaillenkunde" 1. Band, 4. Heft, XIII. S. 177ff (1907).

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Starting price 5'000 EUR
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